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68 Millionen Eurofür Agrar-Forschungsprojekte

Ein Feld aus der Vogelperspektive mit einem Feldroboter in der linken Mitte neben einem Traktor auf dem Feldweg
09
Jul
2025

Wie lassen sich nachhaltige und ökonomisch tragfähige Agrar- und Ernährungssysteme schaffen, um für eine ausreichende und gesunde Ernährung zu sorgen – bei gleichzeitigem Schutz von Mensch, Tier, Ökosystem und Klima? Im Bereich der Agrar- und Ernährungswissenschaften stoßen die Universität Göttingen und die Universität Osnabrück gemeinsam mit Partnern zwei umfassende Forschungsvorhaben an, die zur zukunftsfesten Weiterentwicklung der Agrar- und Ernährungsbranche in Niedersachsen beitragen.

Dafür stellt zukunft.niedersachsen insgesamt 43,6 Millionen Euro bereit. Beide Projekte ergänzen inhaltlich das bestehende Verbundprojekt ZERN – Zukunft Ernährung Niedersachsen, das bereits seit 2024 mit 25 Millionen Euro gefördert wird. So investiert das Agrarland Niedersachsen bis ins Jahr 2030 insgesamt rund 68 Millionen Euro in praxisorientierte Grundlagenforschung, um die Landwirtschaft fit für die Herausforderungen der Zukunft zu machen.

Praxisnahe Lösungen für Agrar und Ernährungswirtschaft

Das Projekt „Agri:change – Zukunft durch Wandel: Nachhaltigkeitstransformation der Agrar- und Ernährungswirtschaft in Niedersachsen“ mit der Universität Göttingen im Lead erhält insgesamt 24,75 Millionen Euro. Die Projektförderung ist auf fünf Jahre anlegt.

Gemeinsam wollen die Verbundpartner den nachhaltigen Umbau der Agrar- und Ernährungswirtschaft in Niedersachsen aktiv mitgestalten. In sogenannten agri:labs werden praxisnahe, transdisziplinäre Lösungen, Produkte und Konzepte entwickelt – etwa zur Bewertung der Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette oder zur Identifikation gesellschaftlicher Trends als Impulse für Veränderung. Weitere Schwerpunkte sind die kreislauforientierte Ressourcennutzung, verbessertes Tierwohl und neue Einkommensquellen durch innovative Geschäftsmodelle.

Zum Verbund gehören Universitäten und Hochschulen (u. a. Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Hochschule Osnabrück, Universitäten in Hannover, Vechta, Lüneburg und Braunschweig), außeruniversitäre Forschungseinrichtungen (u. a. Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik, Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung, Thünen-Institut) sowie Partner aus der Agrarwirtschaft.

Die Forschungsprojekte Agri:change und KI Reallabor Agrar arbeiten vernetzt und fachübergreifend daran,praxisnahe Erkenntnisse zu gewinnen und Schlüsseltechnologien gezielt weiterzuentwickeln.

Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs

Mit von KI und Robotik zu einer nachhaltigeren Agrarwirtschaft

Mit dem Antrag „KI Reallabor Agrar“ hat sich die Universität Osnabrück gemeinsam mit sieben weiteren Verbundpartnern zum Ziel gesetzt, mithilfe von KI und Robotik zur Transformation hin zu einer nachhaltigeren Agrarwirtschaft beizutragen. Geplant ist der Aufbau eines Reallabors, das die gezielte Erforschung von KI- und Robotik-Basiselementen ermöglicht. In sechs Arbeitspaketen werden technische Grundlagen, Data-Science-Projekte sowie ein agrartechnischer Versuchshof entwickelt und durch juristische Expertise begleitet. Das Vorhaben wird mit rund 18,9 Millionen Euro gefördert.

Das Projekt knüpft an bestehende Netzwerke und Strukturen in Agrartechnik, Robotik und KI an und entwickelt diese weiter. Beteiligte Partner sind das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), die Hochschule Osnabrück, das Agrotech Valley Forum e. V. (AVF), die Technische Universität Braunschweig, das Johann Heinrich von Thünen-Institut, das Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e. V. sowie das Netzwerk Ackerbau Niedersachsen e. V. (NAN).

Diese beiden neuen niedersächsischen Großprojekte vernetzen sich intensiv mit dem seit 2024 laufenden Forschungs- und Verbundprojekt ZERN – Zukunft Ernährung Niedersachsen. Der Forschungs- und Transferverbund, initiiert von der Universität Göttingen, der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover und dem Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik in Quakenbrück, fördert die Transformation des Agrar- und Ernährungssystems in Niedersachsen hin zu mehr Nachhaltigkeit.