Das Niedersächsische Wissenschaftsministerium und die VolkswagenStiftung unterstützen gemeinsam 15 Forschungs- und Erschließungsvorhaben. Im Rahmen des Förderprogramms Pro*Niedersachsen werden zehn Projekte aus den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie fünf Vorhaben der Förderlinie „Kulturelles Erbe – Sammlungen und Objekte“ gefördert. Insgesamt erhalten sie rund 4,8 Millionen Euro.
Die untersuchten Themen zeigen anschaulich, wie vielfältig die Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sind: Unterstützt werden Forschungsarbeiten zu Menschenhandel in der Kinder- und Jugendhilfe über die Entwicklung der niedersächsischen Wasserstoffwirtschaft, feministische Zukunftsentwürfen bis hin zur Transformation von Moorlandschaften. Der Einsatz KI-gestützter Methoden in der Kriminologie ist ebenso dabei wie die materielle Kultur des Bergbaus und die Entwicklung neuer sozialer Orte im ländlichen Raum. Insgesamt stehen 3,6 Millionen Euro für die Forschungsprojekte der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften zur Verfügung.
Folgende Projekte werden gefördert:
- TU Braunschweig: Bergbaugepräge. Numismatische Objekte und die materielle Kultur des frühneuzeitlichen Montanwesens (378.222 Euro)
- Universität Göttingen: Bellifortis digital. Annotation eines varianten Bild-Text-Ensembles zwischen ,Wunderkammer‘ und Technikenzyklopädie (385.287 Euro)
- Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen (SOFI): Vom Leerstand zum Sozialen Ort: Ehemalige Schulgebäude und Kirchorte neu beleben (VoLeSO, 384.213 Euro)
- Leibniz Universität Hannover: Entwicklung der regionalen Innovationssysteme niedersächsischer Wasserstoff-Hubs + INTERNATIONALISIERUNGSMODUL (220.650 Euro)
- Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen e.V.: Differenzielle Entwicklungsverläufe nach kriminellen Viktimisierungserfahrungen – Einflussfaktoren und Prozesse der Bewältigung im Kontakt mit Institutionen (DEVIBE, 339.713 Euro)
- Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen e.V.: Neue Datenstrukturen und KI-gestützte Methoden für die kriminologische Forschung (KI-KRIM, 387.465 Euro)
- Universität Hildesheim: Menschenhandel in der stationären Kinder- und Jugendhilfe: Eine Forschungslücke (C-TrafiC, 376.570 Euro)
- Leuphana Universität Lüneburg: Utopia(n) Matters. Feministische Utopien und die Transformation des sozialen Imaginären von Geschlecht (374.604 Euro)
- Carl von Ossietzky Universität Oldenburg: Geschäftsmodellplanung im Innovationsökosystem: Eine Analyse der entstehenden niedersächsischen Wasserstoffwirtschaft (H2-BIZZ, 387.542 Euro)
- Universität Osnabrück: Moorlandschaften als Interventionsräume: Sozioökologische Transformation und Paradigmenwechsel im Emsland (1945- 2025) + INTERNATIONALISIERUNGSMODUL (365.730 Euro)
Fünf Projekte erschließen das kulturelle Erbe Niedersachsens
Im Bereich kulturelles Erbe stehen für die geförderten Projekte insgesamt 1,2 Mio. Euro zur Verfügung. Sie reichen von der Erschließung mittelalterlicher Handschriften der Herzog August Bibliothek über die Digitalisierung der Stammbuchsammlung der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen bis hin zur Erforschung des kulturellen Erbes des Elbe-Weser-Dreiecks mittels moderner Prospektionsmethoden, also nicht-invasiver Verfahren der Archäologie. Weitere Projekte widmen sich dem denkmalgeschützten Sanatorium Dr. Barner in Braunlage sowie der Restaurierung und digitalen Dokumentation des EMS Synthi 100, eines bedeutenden Instruments der elektronischen Musikgeschichte.
Gefördert werden:
- Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen: Erschließung, Digitalisierung und Kontextualisierung der Stammbuchsammlung der SUB Göttingen (226.000 Euro)
- Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Hannover: Kosmos Sanatorium Dr. Barner. Leben, Heilen, Architektur und Raumausstattung im Zeichen der Lebensreformbewegung? (249.905 Euro)
- Universität Osnabrück: Restaurierung, digitale Repräsentation und kulturhistorische Kontextualisierung des EMS Synthi 100 als Sammlungsobjekt elektronischer Musik im niedersächsischen Kulturerbe (248.720 Euro)
- Niedersächsisches Institut für Historische Küstenforschung, Wilhelmshaven: Das kulturelle Erbe des Elbe-Weser-Dreiecks im Spiegel zerstörungsfreier Prospektionsmethoden (247.697 Euro)
- Herzog August Bibliothek, Wolfenbüttel: Die illuminierten Handschriften des 12. Jahrhunderts der Herzog August Bibliothek – Erschließungsvorhaben (250.000 Euro)
Insgesamt umfasst das Programm Pro*Niedersachsen derzeit die Förderlinien „Forschungsprojekte der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften“, „Wissenschaftliche Veranstaltungen der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften“ sowie „Kulturelles Erbe – Sammlungen und Objekte“.


