Seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine wird Sicherheit in Deutschland mit höchster Priorität neu diskutiert. Um künftig fundierte Analysen zu sicherheitsrelevanten Risiken und strategischen Handlungsmöglichkeiten entwickeln zu können, soll an der Leuphana Universität Lüneburg deshalb das Leuphana Center for Cooperative Security (LCCS) entstehen.
Mit ihrem Vorhaben reagiert die Leuphana auf die zunehmenden geopolitischen Spannungen und deren Auswirkungen auf Wirtschaft, innere Sicherheit und die militärische Verteidigungsfähigkeit Deutschlands im europäischen Kontext. Das LCCS soll als inter- und transdisziplinäre Forschungseinrichtung konzipiert werden und eng mit Vertreter:innen aus Wirtschaft, Politik, Militär und Zivilgesellschaft zusammenarbeiten.
Organisatorisch sollen drei Abteilungen das inhaltliche Spektrum des LCCS prägen: Wirtschaft, innere Sicherheit und Verteidigung. Ihre Aufgabe soll es sein, die aktuellen sicherheitspolitischen Bedrohungen auf diesen Feldern zu identifizieren, zu analysieren und auf der Basis empirischer Befunde konkrete strategische Maßnahmenvorschläge zu entwickeln. Veranstaltungen zum Austausch mit Entscheidungsträger:innen aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft sowie eine jährlich stattfindende Konferenz sollen neben Workshops und wissenschaftlichen Publikationen dazu dienen, die Arbeitsergebnisse zu diskutieren.

MWK Niedersachsen
Stellten das LCCS im Rahmen einer Pressekonferenz vor: Stiftungsvorstand Dr. Georg Schütte, Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs und Leuphana-Präsident Prof. Dr. Sascha Spoun (v.l.n.r.).
In dem Zentrum wird ein interdisziplinär geprägtes Konsortium aus den Politik-, Rechts- und Nachhaltigkeitswissenschaften, der Volkswirtschaftslehre sowie der Psychologie die gegenwärtig stattfindenden weltpolitischen Transformationen und deren sicherheitsrelevante Folgen, zum Beispiel für die wirtschaftliche Entwicklung, disziplinenübergreifend erforschen.
Der Standort Lüneburg vereint Niedersachsens infrastrukturelle Vorteile mit den vielfältigen Kooperationsmöglichkeiten in der Metropolregion Hamburg. Geplant sind enge Arbeitsbeziehungen zum German Institute für Global and Area Studies (GIGA) in Hamburg und zu Einrichtungen wie dem Institut für Weltwirtschaft in Kiel sowie der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr. Ein international besetztes Advisory Board mit Vertreter:innen aus Wirtschaft, Politik und Militär soll die thematische Ausrichtung des Zentrums begleiten. Das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und die VolkswagenStiftung beabsichtigen, diese Initiative mit rund 6,9 Millionen Euro aus dem gemeinsamen Programm zukunft.niedersachsen zu fördern. Die finale Entscheidung der Förderung erfolgt nach Abschluss der Begutachtung des Antrags durch Expertinnen und Experten.
