01. Oktober 2026

Von KI bis Kulturerbe: Land fördert 15 innovative Forschungsprojekte

Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und die VolkswagenStiftung unterstützen gemeinsam 15 neue Forschungs- und Erschließungsvorhaben mit insgesamt rund 4,8 Millionen Euro. Im Rahmen des Förderprogramms Pro*Niedersachsen werden zehn Projekte aus den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie fünf Vorhaben der Förderlinie „Kulturelles Erbe – Sammlungen und Objekte“ gefördert. Die Mittel stammen aus zukunft.niedersachsen.

„Niedersachsen verfügt über eine starke und vielfältige Forschungslandschaft. Mit Pro*Niedersachsen fördern wir Projekte, die gesellschaftlich relevante Fragen aufgreifen, neue wissenschaftliche Erkenntnisse ermöglichen und zugleich das kulturelle Erbe unseres Landes erforschen und bewahren“, sagt Wissenschafts- und Kulturminister Falko Mohrs. „Die gesellschaftlich hoch relevanten Vorhaben zeigen eindrucksvoll die Bandbreite niedersächsischer Forschung. Sie reichen von Fragen der sozialen Transformation über Digitalisierung und Künstliche Intelligenz bis hin zur wissenschaftlichen Erschließung einzigartiger Kulturschätze.“

Zehn Forschungsprojekte aus den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften ausgewählt

Gefördert werden unter anderem Forschungsarbeiten zu Menschenhandel in der Kinder- und Jugendhilfe, zur Entwicklung der niedersächsischen Wasserstoffwirtschaft, zu feministischen Zukunftsentwürfen, zur Transformation von Moorlandschaften sowie zum Einsatz KI-gestützter Methoden in der Kriminologie. Ebenfalls berücksichtigt wurden Projekte zur historischen Forschung, zur materiellen Kultur des Bergbaus sowie zur Entwicklung neuer sozialer Orte im ländlichen Raum. Insgesamt stehen 3,6 Millionen Euro für die Forschungsprojekte der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften zur Verfügung.

Fünf Projekte erschließen das kulturelle Erbe Niedersachsens

Die geförderten Vorhaben reichen von der Erschließung mittelalterlicher Handschriften der Herzog August Bibliothek über die Digitalisierung der Stammbuchsammlung der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen bis hin zur Erforschung des kulturellen Erbes des Elbe-Weser-Dreiecks mittels moderner Prospektionsmethoden, also nicht-invasiver Verfahren der Archäologie. Weitere Projekte widmen sich dem denkmalgeschützten Sanatorium Dr. Barner in Braunlage sowie der Restaurierung und digitalen Dokumentation des EMS Synthi 100, eines bedeutenden Instruments der elektronischen Musikgeschichte. Für die Projekte stehen insgesamt 1,2 Millionen Euro zur Verfügung.

Pro*Niedersachsen: Förderlinie Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften
(Antragstellende Institution: Projekt (Fördersumme))

TU Braunschweig: Bergbaugepräge. Numismatische Objekte und die materielle Kultur des frühneuzeitlichen Montanwesens (378.222 Euro)Universität Göttingen: Bellifortis digital. Annotation eines varianten Bild-TextEnsembles zwischen ,Wunderkammer‘ und Technikenzyklopädie (385.287 Euro)
Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen (SOFI): Vom Leerstand zum Sozialen Ort: Ehemalige Schulgebäude und Kirchorte neu beleben (VoLeSO, 384.213 Euro)
Leibniz Universität Hannover: Entwicklung der regionalen Innovationssysteme niedersächsischer Wasserstoff-Hubs + INTERNATIONALISIERUNGSMODUL (220.650 Euro)
Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen e.V.: Differenzielle Entwicklungsverläufe nach kriminellen Viktimisierungserfahrungen – Einflussfaktoren und Prozesse der Bewältigung im Kontakt mit Institutionen (DEVIBE, 339.713 Euro)
Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen e.V.: Neue Datenstrukturen und KI-gestützte Methoden für die kriminologische Forschung (KI-KRIM, 387.465 Euro)
Universität Hildesheim: Menschenhandel in der stationären Kinder- und Jugendhilfe: Eine Forschungslücke (C-TrafiC, 376.570 Euro)
Leuphana Universität Lüneburg: Utopia(n) Matters. Feministische Utopien und die Transformation des sozialen Imaginären von Geschlecht (374.604 Euro)
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg: Geschäftsmodellplanung im Innovationsökosystem: Eine Analyse der entstehenden niedersächsischen Wasserstoffwirtschaft (H2-BIZZ, 387.542 Euro)
Universität Osnabrück: Moorlandschaften als Interventionsräume: Sozioökologische Transformation und Paradigmenwechsel im Emsland (1945- 2025) + INTERNATIONALISIERUNGSMODUL (365.730 Euro)

Pro*Niedersachsen: Kulturelles Erbe – Sammlungen und Objekte
(Antragstellende Institution: Projekt (Fördersumme))


Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen: Erschließung, Digitalisierung und Kontextualisierung der Stammbuchsammlung der SUB Göttingen (226.000 Euro)
Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Hannover: Kosmos Sanatorium Dr. Barner. Leben, Heilen, Architektur und Raumausstattung im Zeichen der Lebensreformbewegung? (249.905 Euro)
Universität Osnabrück: Restaurierung, digitale Repräsentation und kulturhistorische Kontextualisierung des EMS Synthi 100 als Sammlungsobjekt elektronischer Musik im niedersächsischen Kulturerbe (248.720 Euro)
Niedersächsisches Institut für Historische Küstenforschung, Wilhelmshaven: Das kulturelle Erbe des Elbe-Weser-Dreiecks im Spiegel zerstörungsfreier Prospektionsmethoden (247.697 Euro)
Herzog August Bibliothek, Wolfenbüttel: Die illuminierten Handschriften des 12. Jahrhunderts der Herzog August Bibliothek – Erschließungsvorhaben (250.000 Euro)

Insgesamt umfasst das Programm Pro*Niedersachsen derzeit die Förderlinien „Forschungsprojekte der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften“, „Wissenschaftliche Veranstaltungen der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften“ sowie „Kulturelles Erbe – Sammlungen und Objekte“.

zukunft.niedersachsen
Der überwiegende Teil der Fördermittel von zukunft.niedersachsen resultiert aus dem Gegenwert der jährlichen Dividende auf nominal 30,2 Millionen VW-Treuhandaktien des Landes Niedersachsen, die dem Gewinnabführungsanspruch an die VolkswagenStiftung unterliegen. Satzungsgemäß sind die Fördermittel an wissenschaftliche Einrichtungen im Land Niedersachsen zu vergeben. Dazu legt die Landesregierung dem Kuratorium der Stiftung zumeist im Sommer und im Herbst Verwendungsvorschläge vor. Im Berichtsjahr 2025 standen für zukunft.niedersachsen insgesamt 202 Mio. Euro zur Verfügung.