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Personalisierte Medizin: Daten besser nutzbar machen

Herpes-Virus
11
Aug
2025

Es gibt immer mehr Gesundheitsdaten. Doch um daraus aussagekräftige Informationen zu erhalten, muss die Datenanalyse noch besser werden. Hier setzt das Projekt MoReHealth an.

Die Analyse von Gesundheitsdaten ist oftmals noch nicht ausgereift. So verhält es sich auch bei sogenannten Multi-Omics-Daten, die beispielsweise die Gesamtheit aller Gene und Proteine eines Menschen umfassen. Diese Daten können helfen, Krankheiten zu diagnostizieren, maßgeschneiderte Therapien zu entwickeln und Behandlungserfolge zu überwachen. Es gilt, sie zu standardisieren und qualitätskontrolliert zu generieren, zu verarbeiten und zu verwalten, damit sie effizienter und nachhaltiger genutzt werden können.

Das ist das Ziel des neuen Projekts MoReHealth, bei dem Wissenschaftler:innen der Medizinischen Hochschule Hannover, der Universitätsmedizin Göttingen, der TU Braunschweig, der Physikalisch Technische Bundesanstalt und dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung zusammenarbeiten. Es startet am 1. September 2025 für die Dauer von vier Jahren.

Das Projektteam nutzt ein Praxisbeispiel, um Multi-Omics-Ansätze besser zu standardisieren: In diesem geht es darum, Biomarker zu identifizieren, die das Risiko und die Schwere einer Herpesvirus-Infektion bei älteren Menschen vorhersagen. So sollen neue Ansätze in Prävention, Diagnostik und Therapie entwickelt werden können. Ziel ist es, den methodischen Ansatz des Praxisbeispiels später auch auf andere Krankheitsbilder zu übertragen. Die Untersuchungen bauen im Wesentlichen auf Daten auf, die im Rahmen des Exzellenzclusters RESIST gewonnen werden konnten – in einer Studie mit 650 Bürgerinnen und Bürgern aus der Region Hannover (Senior Individuals-Kohorte) und einer Kohorte mit Menschen, bei denen eine Infektion mit Herpesviren zu Gürtelrose geführt hat (Varizella-Zoster-Kohorte). Dazu sollen weitere Daten, auch von erkrankten Patient:innen, erhoben und die Datenbank zur Multi-Omics-Datenbank für ganz Niedersachsen weiterentwickelt werden.

Das Projekt wird vom Niedersächsischen Wissenschaftsministerium und von der VolkswagenStiftung mit drei Millionen Euro aus dem Programm zukunft.niedersachsen gefördert. In der Ausschreibung „Neue Fragestellungen der personalisierten Medizin in Prävention, Diagnostik oder Therapie“ erhalten insgesamt fünf Projekte zusammen fast neun Mio. Euro.

MoReHealth ist auf Initiative der Translationsallianz in Niedersachsen (TRAIN) und des Exzellenzclusters RESIST entstanden. TRAIN ist ein Netzwerk für translationale Gesundheitsforschung, bestehend aus universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Hannover-Braunschweig-Göttingen. RESIST besteht aus rund 60 Forschungsgruppen, die zusammen an dem Ziel arbeiten, die individuelle Anfälligkeit gegenüber Infektionen besser zu verstehen, um auf dieser Basis „maßgeschneidert“ Infektionen vermeiden, diagnostizieren und therapieren zu können.